Lachgas

Der Wirkstoff ist Distickstoffoxid (N2O).

Lachgas ist als Gas in Kapseln (für Sahnespender) oder Gasflaschen verschiedenster Größe erhältlich. Das Gas ist farb- und geruchlos, nicht brennbar und schmeckt ein wenig süßlich. Es wird meistens aus Luftballons inhaliert.
In der Medizin, insbesondere in der Zahnmedizin, wird es als Betäubungs- bzw. Narkosemittel eingesetzt.
Das Gas ist ca. eine Stunde nach Einnahme wieder vollständig aus dem Körper ausgeschieden.
Lachgas wird auch als Nitrous oder Nitrous oxide (engl.) bezeichnet.

Wirkung
Das Gas hat eine starke analgetische (schmerzstillende) Wirkung und einen schwachen narkotischen (einschläfernden) Effekt. Der Rausch setzt unmittelbar nach dem Inhalieren ein, ist kurz und tief und dauert ein paar Sekunden bis zu 2 Minuten.

Es gibt sehr unterschiedliche Wirkungen:
Prickeln am ganzen Körper, Wärmegefühl, Glücksgefühle, gedämpftes Schmerzempfinden, vermindertes Zeitempfinden, tiefere Stimme.
Möglich sind leichte optische Halluzinationen (bei geöffneten Augen: Sicht durch einen Schleier, Tunnelblick; bei geschlossenen Augen: möglicherweise veränderte Formen und Farben) und akustische Halluzinationen (Geräusche werden gedämpfter oder intensiviert wahrgenommen).
Der durch Lachgas ausgelöste Rausch scheint lustig zu sein: die meisten KonsumentInnen lachen laut und herzlich. Häufig wird ein Schweben durch Raum und Zeit wahrgenommen. Die Erinnerung an das Erlebte verschwindet sehr schnell.

Kurzzeit-nebenwirkungen
Ein Risiko ergibt sich aus der eventuell falschen Mischung von Sauerstoff und Lachgas. Wenn der Anteil des Lachgases in der Atemluft über 90% beträgt, drohen akute Bewusstlosigkeit und sauerstoffmangelbedingte Hirn- und Organschäden. Weiterhin kann es zu Schwindelgefühlen, Erschöpfung, Taubheitsgefühlen in Armen und Beinen, Kopfschmerzen und eventuell zu Zuckungen [auch zu Krämpfen] der Gliedmaßen kommen. Bei zu großem Sauerstoffmangel im Blut und in der Atemluft besteht Erstickungsgefahr.

Langzeit-nebenwirkungen
Geistige Verwirrung. Gehörverlust oder Schädigung des Ohrs besonders bei KonsumentInnen mit Mittelohrentzündungen bzw. Problemen mit dem Trommelfell, da der Gebrauch von Lachgas einen Druckanstieg im Innenohr auslöst.
Bei regelmäßigem und/oder hochdosiertem Gebrauch von Lachgas können die unterschiedlichsten Nervenschädigungen auftreten, da Lachgas in den Wirkungsmechanismus von B12 (“Nervenschutzvitamin”) eingreift – dies kann zu Störungen des Bewegungsapparates führen (äußert sich in Form von Kribbeln und anschließender möglicher Taubheit in den Gliedmaßen).
Durch zu häufigen Sauerstoffmangel im Blut (Hypoxia) können Gehirnzellen irreversibel (d.h. nicht wieder rückgängig zu machen) zerstört werden, dies kann das Erinnerungsvermögen beeinträchtigen.

Wechselwirkungen
Lachgas + Alkohol:Übelkeit und Erbrechen möglich!
Lachgas + Poppers: Von der gleichzeitigen Einnahme ist abzuraten, da dies zu einer schlechteren Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen kann.

Safer Use
Keine Masken oder Tüten aufsetzen – Erstickungsgefahr!
Personen mit Atemwegserkrankungen wie Asthma sollten kein Lachgas konsumieren! Das gleiche gilt für Personen mit Mittelohrentzündung, Rippenbrüchen und die, die schon einen Tauchunfall hatten – kein Lachgas!
N2O sollte niemals direkt aus der Kapsel oder Gasflasche inhaliert werden! Beim direkten Konsum von Lachgas aus den Kapseln oder den Gasflaschen besteht die Möglichkeit, dass die Lippen an den Gasquellen festfrieren – immer zuerst in einen Luftballon, ein Kondom o.ä. umfüllen!

WICHTIG: Immer zwischendurch Luft holen (Luftballon mehrmals absetzen und nicht so viele nacheinander inhalieren)! Bei genügend Sauerstoffbeimengung ist Lachgas nahezu ungiftig.
N2O möglichst im Sitzen oder Liegen konsumieren, da Gleichgewichtsprobleme auftreten können (Sturzgefahr)!
Bei Überdosierung hilft Sauerstoffzufuhr, z.B. durch /Hyperventilation. Dadurch wird das Gas aus dem Körper transportiert.
Achte darauf, dass immer jemand in Deiner Nähe ist!
Immer auf eine gute Vitamin B12-Versorgung achten (z.B. Cornflakes, Multivitaminsäfte)!
Bedenke die Beeinträchtigung der Fahrtauglichkeit!

Female Special
Bedenke, dass die gleiche Dosis bei Frauen aufgrund von geringerem Körpergewicht oder kleinerer Statur eine stärkere Wirkung hervorruft als bei Männern, denn Lachgas bindet sich vor allem an die Fettzellen. Aus diesem Grund ist die Wirkung bei schlanken Menschen stärker. Auch die Risiken steigen damit.
Vermeide es, Lachgas zu konsumieren, wenn du schwanger bist oder wenn du stillst.

 

Diese Informationen sind keine Anleitung oder Motivierung zum Drogenkonsum!

Lachgas unterliegt nicht dem BtMG. Besitz, Erwerb und Handel sind nicht strafbar. Das bedeutet nicht, dass diese Substanz ungefährlich ist und risikofrei konsumiert werden könnte! Der Handel (z.B. auf Parkplätzen vor Diskotheken) wird als Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz geahndet.

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